| Besucher,
welche die Stadt zum ersten Mal erleben, sind in der Regel
erst einmal erstaunt. Turin, anti-ke Hauptstadt des Königreichs
Savoyen, erste italienische Hauptstadt, mit über 2000
Jahren Ge-schichte. Barocke Kirchen von seltener Schönheit,
königliche Bauten, rot-braun-gelbe Bürgerpaläste,
20 km Arkaden (die längsten in ganz Italien), Statuen,
Geschäfte im Dekor vornehmer Gediegenheit und Eleganz,
Bäume, Flüsse und Straßen, wie auf dem Reißbrett
gezogen, Berge und Hügel, welche Turin umgeben –
das alles macht den Charme dieser Stadt aus. Das Stadtbild
entbehrt der in Italien sonst üblichen, verschlungenen
Gässchen und eher zufällig angelegten Plätzen.
Eben ein anderes Italien ...
Das
Gleichgewicht zwischen Landschaft und Architektur beeindruckte
den Architekten Le Corbusier derart, dass er Turin zur schönsten
Stadt der Welt erklärte.
Die heutige Hauptstadt des Piemont wurde im 3. Jh. v. Chr.
von den Tauriern, einem Mischstamm aus Galliern, Kelten
und Liguriern gegründet. Von ihnen stammt auch der
Name, ihr Wappentier, der Toro (Stier) der das Symbol der
Stadt ist. Im Zuge der Eroberung Norditaliens durch die
Römer wurde aus der Siedlung eine Festungsstadt: Augusta
Taurinorum, die als Tor zu den Westalpen galt. Nach dem
Fall des römischen Reiches übernahmen Goten, Franken
und Lombarden das Gebiet. 1033 erwarb die französische
Grafschaft Savoyen durch Heirat die Markgrafschaft Turin
hinzu. Bis 1536 konnten die Savoyer ihre Herrschaft ausdehnen,
dann verleibte sich der französische König kurzerhand
sämtliche Besitztümer des Hauses Savoyen ein und
unterstellte sie direkt der Krone. Der Herzog Carlo II.
von Savoyen musste aus seiner Stadt flüchten und sein
Nachfolger Emanuele Filiberto durfte nach der Niederlage
der Franzosen erst 30 Jahre später nach Turin zurückkehren.
Unter Filiberto begannen so erste Stadterweiterungen im
Stil der späten Renaissance, wie die rechtwinklig angeordneten
Straßen, die heute Turin so übersichtlich machen.
Turins rasanter wirtschaftlicher und künstlerischer
Aufschwung begann. Das Stadtbild bekam durch berühmte
Architekten wie Filippo Juvarra, Guarino Guarini, Carlo
und Amadeo di Castellamonte einen typischen französisch-italienischen
Charakter, streng
und doch verspielt, der heute noch überall gegenwärtig
ist. 1718 erhielten die Savoyer für ihre Verdienste
im spanischen Erbfolgekrieg die Königswürde mit
dem Titel "Sardinien und Piemont". Napoleon besetzte
knapp hundert Jahre später fast zwölf Jahre lang
mit seinen Truppen das Piemont. Der damals zollfreie Handel
mit Frankreich bescherte der Stadt trotz der Fremdherrschaft
eine ungeahnte wirtschaftliche Blüte. Den Höhepunkt
seiner historischen Bedeutung erreicht Turin während
der italienischen Einigungsbewegung, dem Risorgimento. Unter
Vittorio Emanuele II. und dessen Außenminister Graf
Benso Cavour wurde Turin 1861 Hauptstadt des ersten Königreiches
Italien. Als bereits vier Jahre später der Regierungssitz
nach Rom verlegt wird, verliert Turin zwar an politischer
Bedeutung, doch durch Gründung der Automobilfabrik
FIAT 1899 ist der unaufhaltsame Aufstieg zu einer der mächtigsten
Industriestädte Europas nicht mehr aufzuhalten.

Bedeutende Kirchen, architektonische Werke
und Monumente, wertvolle Museen, lange Säulengänge
und elegante Plätze, eindrucksvolle Gebäude und
historische Lokale stellen den Reichtum Turins dar, das
seine Besucher immer wieder überrascht, indem es seine
Schönheit in ein faszinierendes Szenarium einschließt,
gekrönt von den Hügeln und Bergen, durchflossen
von zahlreichen Flüssen und durchzogen von baumbestandenen
Alleen. Es gibt viele Gründe Turin zu besuchen, eine
Stadt, die viele Kunstschätze birgt, aber vor allem
eine starke Identität hat, die es darüber hinaus
noch zu entdecken gilt. Schon immer als Industrie- und Arbeiterstadt
bezeichnet, ohne dabei ihren Savoyer Ursprung aufzugeben,
hat Turin in den letzten Jahren versucht, eine neue Dimension
zu finden: nicht mehr die Stadt des Autos, die Fabrikstadt,
sondern europäische Hauptstadt der Kunst und Kultur
Umgeben von den Gipfeln der Alpen und der Hügelkette,
mit der Fülle an Parks und Grünflächen und
dem Kennzeichen, von vier Flüssen durchzogen zu sein,
dem Po, der Dora, der Stura und dem Sangone - ein Naturreichtum,
mit dem sich wenige Städte der Welt rühmen können.
Die Entdeckung der Stadt kann man vom Schlossplatz Piazza
Castello aus beginnen,
dem historischen Kern und antiken Stadttor, von wo aus einige
der interessantesten Orte und Monumente leicht erreichbar
sind: Wege und Gänge durch Architektur, Geschichte
und Geist, um dann zum Shopping überzugehen, zum Geschmack
und den Aromen Turins, vorbei an historischen Lokalen der
Stadt, wo man noch heute den tradtitionellen "Bicerìn"
kosten oder vor dem Hintergrund der bezaubernsten Plätze
einen Aperitif trinken kann. Zum Shopping ist die prestigereichste
Zone sicherlich die Via Roma, Herz und Symbol des Stadtzentrums.
Unter ihren Säulengängen - die Arkaden in der
ganzen Stadt sind einzigartig in Europa und erstrecken sich
über eine Länge von 20 Kilometern - erstrahlen
die äußerst gepflegten Schaufenster der exklusivsten
Geschäfte der Stadt. Einzigartig ist in Turin auch,
die Möglichkeit die Einkäufe mit Aufenthalten
in den zahlreichen historischen Cafés, die die Straßen
des Zentrums säumen, zu unterbrechen und unbedingt
zu besichtigen wegen der unverwechselbaren Stilrichtungen
und auszuprobieren wegen der außergewöhnlichen
und unnachahmlichen Auswahl an Häppchen (stuzzicini),
die zur Stunde des Aperitifs angeboten werden.
Weiter in der Altstadt, eine Vielzahl 
an Sträßchen voller alter Werkstätten, Posamenterien,
Weinhandlungen, Feinkostläden, Konditoren, kleiner
Juweliere, Kräuterläden, Bäcker, bei denen
man die Rubatà kaufen kann, traditionelle handgerollte
Grissini, und die Paste d'Melia (ein Gebäck aus Maismehl),
wahre Leckerbissen für den Gaumen. Turin lebt auch
durch seine vielen Märkte und Flohmärkte. An den
Seiten von Porta Palazzo befindet seit dem 18. Jh. Der Balôn,
die Gegend der Trödler Turins, mit vielen Werkstätten,
die Kuriositäten jeder Art aber auch Antiquitäten
ausstellen. Turin hat 1,17 Mio. Einwohner.
| Sehenswürdigkeiten: |
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- La Mole Antonelliana
- Palazzo Carignano
- Piazza Castello
- Palazzo Madama
- Duomo di S.Giovanni e Capella
della S.Sindone
- Gran Madre di Dio
- Monte dei Cappuccini
- Palazzo Reale
- Basilica di Superga e Tombe
dei reali Sabaudi
- Museo Egizio
- Turiner Kuriositäten
- Turiner Stadtführer
- Kirchen
in Turin
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