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Wein brachte das kleine piemontesische Dorf zu Weltruhm
und sein Name lässt die Herzen der Weinkenner höher
schlagen. Die kleine Gemeinde von Barolo liegt inmitten
eines weitreichenden Talkessels, bedeckt von den üppigen
Weinbergen mit "Nebbiolo da Barolo", dem Rebstock,
der dem berühmtesten der DOCG-Weine aus der Gegend
von Cuneo seinen Namen gibt.
Das Schloss Faletti aus dem 10. Jh. gilt als Wahrzeichen
von Barolo. Es diente zur Verteidigung vor Sarazenenüberfällen.
Bekannt wurde Barolo aber erst viel später. Unter der
Regierung Königs Carlo Alberto, der keinen Hehl aus
seiner Leidenschaft zu gutem Wein machte, waren viele Landadelige
bemüht in die Riege der königlichen Weinlieferanten
aufgenommen zu werden. Die Signori di Barolo, Tancredi und
Giulia Falletti experimentierten mit der Nebbiolo-Traube,
die hier im Piemont, in der Langhe verbreitet angebaut wird.
Vor allem Giulia Falletti ist es zu verdanken, dass aus
dieser Traube um 1820 der erste Barolo gekeltert wurde.
Die Französin ließ aus dem Bordeaux und Burgund
erfahrene Kellermeister in das Piemont kommen, um ihre eigene
Weinbautechnik zu verbessern. Kaum hatte König Carlo
Alberto den in den Fässern gereiften Wein gekostet,
konnten sich die Grafen Falletti vor Aufträgen nicht
mehr retten. Ab 1831 sind täglich ganze Wagenkolonnen
mit Barolofässern über die Landstraßen des
Piemonts an den Hof in Turin gezogen. Die Nachfrage war
so groß, dass der König selbst an den benachbarten
Hügeln um den Ort Barolo Ländereien erwarb und
in eigener Regie keltern ließ. Dies führte dazu,
dass bis heute insgesamt 13 Dörfer ihre Nebbiolo-Traube
als Barolowein vermarkten dürfen. Als der königliche
Thron von Turin nach Rom verlegt wurde, vergaß man
langsam den Barolo. Erst ab den 70er Jahren des 20. Jh.
gelang dem großartigen Wein aus dem Piemont sein Comeback.
Heute
ist der mindestens 3 Jahre in Eichenfässern gereifte
piemontesische Wein nicht mehr von den Weinkarten der Spitzenrestaurants
der Welt zu denken. Dabei ist der Ort verschlafen geblieben,
die Gassen sind von den Hausschildern der Kellereien geschmückt
und führen fast alle zum Schloss. Besichtigt
man das Castello aus dem 10. Jh., sind im "Herrschaftlichen
Stockwerk" die Räumlichkeiten mit der Einrichtung
der damaligen Zeit und die umfassende Bibliothek zu sehen.
Im oberen Stockwerk befindet sich das ethnographische und
önologische Museum und in den alten Kellern kann man
die Enoteca Regionale del Barolo besichtigen, mit der weitreichenden
Ausstellung über die Weinerzeugung in den Gebieten
des Barolo. Selbstverständlich kann man neben der Verkostung
in einem angeschlossenen Laden auch gleich den Wein kaufen.
Barolo hat ca. 700 Einwohner.
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